Stellen Sie sich vor, Sie haben 1860 die Rigi zu Fuss bestiegen, denn Rigibahnen gab es damals noch nicht. Selbstverständlich möchten Sie ihren Angehörigen in England oder Deutschland eine Ansichtskarte schicken, aber Poststellen gab es keine auf der Rigi.
Findige Hoteliers fanden eine Lösung:
1864 richtete der damalige Besitzer des Hotels Rigi Kaltbad, Xaver Segesser-Faaden, für seine Gäste einen privaten Hotel-Postdienst ein. Das war die Geburtsstunde der Hotelpostmarken. Allerdings handelte es sich um Postmarken, die nur vom Einwurf im Kaltbad bis zur nächsten offiziellen Poststelle gültig waren, dort mussten Karten und Briefe mit den Post-Briefmarken erneut frankiert werden. 1868 folgte Rigi Scheidegg, 1870 Rigi Kulm und 1879 Rigi Staffel mit einer sogenannten Hotelmarke. Als dann die „Rigi-Marken“ Schule machten - etwa in Engelberg, im Maderanertal oder auf dem Stoos - erliess die Schweizerische Postverwaltung 1883 eine Verfügung mit einschränkenden Bestimmungen, was das Ende der Hotelpostmarken bedeutete.
Inventarnummer 11718, K055 / Karin Bernath
