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Vo Luzern uf Wäggis zue - mit Umweg übers Herz

Der Leinenweber Johann Lüthi und der Wirt Franz Hammer aus dem solothurnischen Oberbuchsiten entdeckten am Festbetrieb des 6. Eidgenössischen Freischiessens vom 8. Juli 1832 in Luzern zwei charmante Innerschweizer Kellnerinnen. Wo gelacht wird, wird auch eingeladen. Ziel: ein Ausflug auf die Rigi - schliesslich wollten die jungen Männer den Kellnerinnen Eindruck machen.

 

Der Weg führte die vier per Ruderboot nach Weggis und weiter Richtung Rigi Kulm. Irgendwo zwischen Höhenluft und Herzklopfen passierte dann etwas, das die obligaten neun Monate später von Franz Hammer nicht mehr geheim gehalten werden konnte.

 

Sein Kollege Johann Lüthi kehrte an seinen Webstuhl zurück, summte in Erinnerung an den Rigiausflug zwischen Fäden und Tritten Melodien und hielt schliesslich das Lied „Vo Luzern uf Wäggis zue“ fest. Aus der Erinnerung an einen verspielten und fröhlichen Ausflug wurde so ein weitherum bekannter Ohrwurm. Die neuere Version, welche vom Weggiser Lehrer Alfred Leonz Gassmann (1876-1962) verfasst wurde, eroberte sich schliesslich einen festen Platz im Volksliedrepertoire.

 

 

Vgl. Kissling Heinrich. Das Leben des Johann Lüthi (1800 - 1869). Nach einer Erzählung vom Alfred Leonz Gassmann im November 1904. Eigenverlag. Oberbuchsiten 2014

 

Inventarnummer 13492, digitales Archiv / Karin Bernath